Für Krankenhäuser, Altenpflege, Pflegeeinrichtungen

„Das Recht auf Wissen“

FALLBEISPIEL RECHT AUF WISSEN ODER VORENTHALTEN DER DIAGNOSE DEM PATIENTEN ZULIEBE

FALLBESCHREIBUNG

Bei einem 27-jährigen marokkanischen-muslimischen jungen Mann wurde ein bösartiger Krebs festgestellt. Nach mehreren Chemotherapiezyklen konnte kein Erfolg bei der Behandlung erzielt werden. Der Gesundheitszustand des Patienten verschlechterte sich signifikant, so dass der Tod immer wahrscheinlicher wurde. Der Patient wurde auf eine Palliativstation verlegt.

Sowohl der Patient als auch seine Eltern haben nur geringe Deutschkenntnisse, die nicht für eine erforderliche Kommunikation mit dem medizinischen Team ausreichen. Die Eltern informieren sich bei dem behandelnden Arzt mit Hilfe eines Dolmetschers aus ihrem Verwandtenkreis über die aussichtslose Situation ihres Sohnes, wobei der Sohn auch anwesend ist. Eine Krankenschwester marokkanische Herkunft hört zufällig mit und informiert später die Ärzte, dass der Dolmetscher dem Patienten – wahrscheinlich auf Verlangen der Eltern – die Information über den zu erwartenden baldigen Tod nicht weitergegeben hat.

Die Ärzte sehen in dieser Situation einen klaren Verstoß gegen „das Recht auf Wissen“ des Patienten. Mit Hilfe eines anderen Dolmetschers fragen sie den Patienten, ob er sich eine detaillierte Information über seinen aktuellen und zukünftigen Gesundheitszustand wünsche, was dieser bejaht.

Daraufhin holen sie einen professionellen und neutralen Übersetzer, der dem jungen Mann mitteilt, dass er möglicherweise in Kürze sterben werde. Nach zwei Tagen erleidet der Patient den Tod. Die Ärzte werden später von den Eltern beschuldigt, am Tod ihres Kindes verantwortlich zu sein. Sie hätten durch ihre Aufklärung zur Verschlechterung des Krankheitszustandes beigetragen und somit den schnellen Tod ihres Kindes hervorgerufen.

  • Wie beurteilen Sie die Vorwürfe der Eltern?
  • Wie soll das medizinethische Prinzip „Recht auf Wissen“ bzw. „Recht auf Nichtwissen“ in einer wertpluralen Gesellschaft ethisch angemessen angewandt werden?
  • Sollten in diesem Fall die Ärzte vor der Aufklärung des Patienten auch die Zustimmung der Eltern holen? Warum?
  • Was wäre die ideale ärztlich-pflegerische Verhaltensweise in diesem Fall?
  • Kann in so einem Fall ein Vermittler (angesehene Person im Bekanntenkreis, Imam etc.) zur Lösung des Interessenkonflikts beitragen?

Zielgruppe

Pflegekräfte, Ärzte, Mitarbeitende psychosozialer Berufsgruppen, ehrenamtlich Mitarbeitende, Seelsorger, Hospizbegleiter, Angehörige auch alle anderen Interessierten

Durch Informationen, Übungen und fachlichen Austausch von Erfahrungen bieten wir gemeinsam in Workshop Unterstützung für Begegnungen im interkulturellen Kontext.

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